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Viele Ausrichter eines Lehrgangs kennen wahrscheinlich die Überlegungen, wann es zeitlich und organisatorisch günstig sein könnte, einen Lehrgang auszurichten. Oft kommt die Frage hinzu, ob genügend Teilnehmerinnen und Teilnehmer kommen werden, damit sich der Lehrgang auch finanziell trägt.

Nicht so beim Bundeslehrgang am letzten Wochenende in Unterstedt. Ausgeschrieben war der Lehrgang von der AG Selbstverteidigung mit dem zwischenzeitlich bundesweit bekannten Referenten Carsten Zimmermann. Das Organisationsteam in Unterstedt unter der Leitung von Jörg Tohoff konnte es kaum fassen. Melden sich normalerweise Sportlerinnen und Sportler im zweistelligen Bereich an, waren es für diesen Lehrgang über 100 Interessierte. Jörg Tohoff war sogar gezwungen, einen Hallenwechsel in eine größere Turnhalle in die Kreisstadt Rotenburg (Wümme) vorzunehmen. Letztendlich waren 109 Ju-Jutsuka aus Niedersachsen, Bremen und Hamburg gekommen.

Nun aber zu den Inhalten: Im theoretischen Teil zeigte der Referent eindrucksvolle Filmausschnitte von Überwachungskameras, in denen in erschreckender Weise die Realität von Messerangriffen dokumentiert wurde. Er informierte weiter über das Stressverhalten von Menschen in Ausnahmesituationen. Es ist allgemein kaum bekannt, dass die motorischen Fähigkeiten mit steigendem Puls immer weiter zurückgehen. Weiter gab er fachliche Hinweise zur Umgebungsbeobachtung in Stresssituationen und zu typischen Verhaltensmustern von Tätern, bevor es zur eigentlichen Tat kommt.
Im praktischen Teil zeigte er die wesentlichen Unterschiede der Angriffstechniken im Ju-Jutsu-Prüfungsprogramm und der Realität auf. Im Folgenden dokumentierte er anhand praktischer Übungen die Abwehr von Messerangriffen und sinnvolle Folgetechniken. Wichtig war ihm dabei, die Vor- und Nachteile der Techniken deutlich aufzuzeigen.
Während des Lehrgangs hat der Referent die Übenden immer wieder dazu angeleitet, den Puls vor den Technikausführungen durch anstrengende Übungen hochzutreiben. Spring-, Liegestütz- und Drehübungen sollten Stress erzeugen und vielen wurde erst jetzt bewusst, dass die motorischen Fähigkeiten mit wesentlich erhöhtem Puls, also unter STRESS, nicht mehr souverän ausgeführt werden können.

Am Ende des anstrengenden Lehrgangs waren sich die Ju-Jutsuka einig: ein Folgelehrgang mit der AG Selbstverteidigung und dem Referenten Carsten Zimmermann kann für das kommende Jahr wieder in Unterstedt geplant werden.

 

Medienteam NJJV 

 

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