Referent Frank Carmichael erklärte einen Nervenpunkt; das Bier in der Hand ist nur eine Attrappe :-)

Ein Selbstverteidigungslehrgang, der mit einer Entschuldigung beginnt? Das ist zumindest ungewöhnlich.

Frank Carmichael (5. Dan Wado-Ryu Karate, 1. Dan Aikido 1. Dan Kyusho Jitsu) ließ die 43 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zum Lehrgang Anfang März in Winsen erst einmal eine sehr ungewöhnliche Maßnahme durchführen. Gemeinsam sollten alle Anwesenden „I am sorry“ einüben und er mahnte an, dass es aber auch wirklich ehrlich gemeint sein muss. Erst dann begann er, begleitet von einer mit blauen Meridianlinien, sowie grünen und orangenen Punkten übersäten Schaufensterpuppe, über Vital- und Nervendruckpunkte am menschlichen Körper zu sprechen.

Kyusho als die Kunst der Vitalpunkte könne in der Selbstverteidigung ein Meinungsverstärker sein, mit dem man mit minimalem Aufwand einen Augenblick Zeit gewinnen könne, um dann im Anschluss zum Beispiel mit einer geeigneten Ju-Jutsu Technik weiter vorzugehen.
Beginnend mit dem kleinen Finger, über die Hand, den Arm, Hals, Kopf, Rumpf und schließlich die Beine, konnten die Sportlerinnen und Sportler in mehr als vier Stunden in praktischen Übungen mit wechselnden Partnern selbst ausprobieren, welche Wirkungen das Drücken oder Schlagen auf Nervendruckpunkte haben kann. Der Referent benutzte dabei auch Bezeichnungen wie „Milz 17“ oder „Herz 6“, an die sich die anwesenden Ju-Jutsuka erst einmal gewöhnen mussten.

Hierbei kam der Humor nicht zu kurz: Frank Carmichael zeigte mit dem „Toys R Us-Griff“ eine Möglichkeit, wie man sogar mit zwei Spielzeugbegeisterten gleichzeitig in kürzester Zeit durch einen Spielwarengroßmarkt kommen kann, ohne einen Euro ausgeben zu müssen. Oder er zeigte auf, wie man sein nach langer Wartezeit mühsam auf dem Jahrmarkt erworbenes Bier wirksam gegen andere durstige Kehlen verteidigen kann.

Am Schluss der Veranstaltung sprachen alle noch einmal im Chor ein natürlich ernstgemeintes „I am sorry“ aus und Frank Carmichael vergaß zu recht nicht, die Leistungen seines Vorführpartners hervorzuheben: „Das Wichtigste ist ein guter Uke“.

 

Medienteam NJJV

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