Bundeslehrgang mit Achim Hanke am 15.09.2018 beim VfL Wolfsburg

Am 15.09.2018 trafen sich 50 Ju-Jutsuka, darunter auch sehr viele Meister mit hohen Dan-Graden, um im Leistungssportzentrum des VfL Wolfsburg am Bundeslehrgang mit Achim Hanke, 8. Dan JJ, 5. Dan Judo teilzunehmen. Die Themen waren Hebel- und Wurftechniken und deren Varianten.

Der Referent brach schon beim Warmmachen das Eis, war locker, gut gelaunt und ließ die Ju-Jutsuka lustige Übungen machen, die wirklich Spaß machten!
Liegestütze auf den Handflächen der Partner oder „Surfen“ auf dem Rücken des Partners im Vierfüßler-Stand lockerten die Muskulatur und waren mal etwas ganz anderes, um sich auf die folgenden vier Stunden Technikprogramm einzulassen.

So waren die folgenden Techniken auch für die vielen Meister etwas, was sie in ihre Vereine mitnehmen konnten!
Ausgang für die erste Übung war ein Armriegel von außen. Mit dieser Technik brachte man den Gegner per Wurf zu Boden. Hier stellte sich die spannende Frage: Wie nennt man nun diese Technik? Eine Variante des Seitenrisses, des Seitenrades, vielleicht sogar eine Abwandlung des Eckenwurfes? Am Boden folgten einige Übergänge, um den Gegner kontrollieren oder festlegen zu können. An dieser Diskussion hatte der anwesende Direktor Prüfungswesen des NJJV, Uwe Nettlau sichtliches Interesse und man kann sich Uwe und Achim sehr gut vorstellen, wie sie solchen Fragen in gemütlicher Runde nach so manchem Lehrgang auf den Grund gehen könnten.

Die nächste Übung war ein umgekehrter Armstreckhebel im Stand. Auch hier wurde der Gegner mit Hilfe des Hebels zu Boden gebracht, diesmal aber mit gezieltem Einsatz des eigenen Gewichtes. Unter Belastung mit dem Körper bei gleichzeitigem Blockieren des Beines landete der Angreifer in der Bauchlage. Hier konnte man wieder einige Übergänge nutzen, um Armbeugehebel anzuschließen.

Im dritten Teil beschäftigte sich die Gruppe mit der Beinhalsschere. Auch hier wurde die Standartform gezeigt und dann eine Variation geübt. Ist es noch eine Beinhalsschere, wenn die Scherbewegung fehlt? Ist die Variation mit angewinkelten Beinen vielleicht sogar effektiver und schwerer zu kontern? Was besonders gelungen war, waren die Überlegungen, wie man reagieren kann, wenn der Gegner sich heraus windet, seinen Arm streckt oder beugt oder versucht, aufzustehen.

Immer entwickelten sich neue Perspektiven, konnte man die Reaktion nutzen oder gezielt „provozieren“, um eine Weiterführung anzubringen. Dieses Experimentieren, einen Armstreckhebel am Boden in eine Dreieckswürge oder einen Armbeugehebel zu verwandeln, war sehr lehrreich und zeigte auch, dass man manchmal eben das nutzen muss, was einem der Gegner bietet. Manchmal ergeben sich dadurch per Zufall hervorragende Positionen für sich selbst, aber so mancher Befreiungsversuch endet erst recht in der Falle.
Das Thema Schere wurde dann weiterverfolgt. Der Scherenwurf wird oft so ausgeführt, dass der Gegner nach hinten auf den Rücken fällt. In der Variante des Referenten geht man aber nach vorne in einen Rollwurf über, was nicht nur sehr dynamisch aussieht, sondern auch zulässt, dass man fast direkt in einem Beinriegel oder Beinstreckhebel landet.

Letzte Übung war ein Wurf, ohne die klassische Griffart an Arm und Revers, sondern mit einem Arm und durch gezielten Einsatz der Fußstellung (Schrittstellungshüftwurf - siehe Stoffsammlung Hüftwürfe Teil 1 JJ-Journal 5_2017). Auch Würfe aus dem freien Würgen gehen wunderbar, wenn man sich mal davon löst, dass es immer der bestimmte Griff der Grundform sein muss. Werden die Grundprinzipien angewendet, die da lauten: Gleichgewicht brechen oder Schwerpunkt unterlaufen, kann man aus vielen Lagen den Gegner werfen. Variationen bieten sich oft an und sind schwer zu verteidigen, weil der Angreifer oft nicht damit rechnet, dass aus dieser oder jener Stellung ein Wurf folgen kann, zum Beispiel mit dem Griff an den Nacken und dem Blockieren des Beines mit dem Unterarm (Hüftwurf mit Griff am Bein - siehe Stoffsammlung Hüftwürfe Teil 9 JJ-Journal 10_2017).

Achim Hanke hatte sichtlich viel Spaß und hätte den Sportlerinnen und Sportler bestimmt noch viel beizubringen gehabt, doch die Zeit verging wirklich wie im Fluge und nach vier kurzen Stunden verabschiedeten sich Referent wie Organisatoren sehr beeindruckt und zufrieden über den Lehrgangsverlauf und die Inhalte.

Der VfL Wolfsburg hat mit Achim Hanke einen sehr guten Referenten eingeladen und hofft, ihn auch für weitere Events im Dojo begrüßen zu können!

 

Medienteam NJJV

Bewertung: 5 / 5

Stern aktivStern aktivStern aktivStern aktivStern aktiv
 
Wir setzen - sehr sparsam - Cookies ein. Mit der Nutzung unserer Internetseite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Datenschutz Ok Ablehnen