Mitte Oktober organisierte der Ju-Jutsu Kampfsportverein Meppen einen Landeslehrgang an der Grund- und Oberschule der Gemeinde Lathen. Durch die vom Verein und vom NJJV veröffentlichten Lehrgangsausschreibungen wurden letztendlich über 40 interessierte Ju-Jutsuka mobilisiert.

Der Referent des Lehrganges, Carsten Zimmermann ist Mitglied im Kompetenzteam des Deutschen Ju-Jutsu Verbandes (DJJV). Er ist bekannt für seine abwechslungsreichen Themenbereiche und so stand bei diesem Lehrgang das Thema „Straßenkampf“ auf der Agenda. Zu Beginn der Veranstaltung begrüßte der Schuldirektor, Ralf Haustein den Referenten und die Sportlerinnen und Sportler. Der Direktor ist selbst Träger des 3. Dan JJ und deshalb mit dem Sport sehr gut vertraut. Das Thema „Straßenkampf“ machte das sonst verpflichtende Tragen des Ju-Jutsu-Gi natürlich nicht erforderlich. Es wurde in ziviler Kleidung trainiert – also authentisch.

Nach einer kurzen Lehrgangseinweisung durch den Referenten über die Umgangsweisen mit dem Trainingspartner folgte sogleich der Praxisteil. Durch die sehr wirklichkeitsnahe Ausgestaltung des Lehrgangs war es zwingend erforderlich, dass die Ju-Jutsuka im Umgang mit Bewegungsabläufen und deren Grundtechniken erfahren waren, um letztendlich Verletzungen unter den Übenden zu vermeiden. Der Kampfsportexperte Carsten Zimmermann schonte im Praxisteil keinen. Ganz im Gegenteil: sehr authentische Straßenangriffe in allen Härtegraden vorgetragen, verlangte von ihnen alles ab. So mancher kam in der einen oder auch anderen Technik augenscheinlich an seine persönliche Leistungsgrenze. Nicht zuletzt war von jedem auch Kraftausdauer gefragt, zumal der Lehrgang über vier Stunden ging.

Durchgehend mit den wechselnden Partnern knallharte Techniken üben, sich ständig neu auf anders Kräftige einstellen, schnelle Angriffen ausweichen, kräftigen muskulösen Zugriffstechniken mit eigenen Blöcken begegnen, sich aus Festhaltegriffen zu befreien, das alles zerrte natürlich an der eigenen Kondition. Der Referent ging in seinem Lehrgangsvortrag explizit auch auf Punkte ein, die ein sich Wehrender im Straßenkampf zusätzlich zu beachten hat. Denn zu den grundsätzlichen Voraussetzungen eines Verteidigers sollten er sich auch außergewöhnliche Voraussetzungen antrainieren. Hierzu würde insbesondere auch die Selbsteinschätzung zählen, nämlich aufgrund der eigenen Potentiale gekonnt zu agieren, aber auch die Fähigkeit, seinen Gesundheitszustand real zu gebrauchen und sich bei Überlastung rechtzeitig zurückzuziehen. In Bezug auf den Angreifer, so der Referent, gehört es sicherlich auch dazu, sich durch Training das Talent anzueignen, den gegenüberstehenden Angreifer ebenfalls realistisch einzuschätzen. Der geforderte Überblick des Sportlers mit all seinen sportlichen Erfahrungswerten und seiner gesunden Empathie sind wichtig, um eine Straßenauseinandersetzung richtig einzuschätzen.

Alle Lehrgangsteilnehmer waren sich am Ende des praxisnahen Lehrgangs einig, dass Carsten Zimmermann eine hochinteressante Vorstellung vorbereitet und durchgeführt hat. Jeder war aufgrund dieser kompetenten Veranstaltung in der Lage, die eine oder andere neue Technik mitzunehmen, um seine Abwehrmethodiken dadurch zu verbessern oder zu erweitern.

Medienteam NJJV

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