Katja Weichselsdorfer deminstriert einen Sturz vorwärts

Um es vorweg zu nehmen: die Gelbgurtprüfung Ju-Jutsu hat Katja -wie sie sagt- „mit Anstand“ Ende November 2019 beim PSV Uelzen bestanden.
Es war keine normale Prüfung zum 5. Kyu, wie sie tausendfach im Verband abgenommen wird. Die Prüfungsteilnehmerin sitzt im Rollstuhl, so dass es eine großen Anstrengung bedarf, vom Rollstuhl auf die Trainingsmatte und wieder zurück zu gelangen. Die Anerkennung und die Leistung sollen hier ausdrücklich erwähnt werden.

Katja ist die Prüfung noch einmal gedanklich durchgegangen und beschreibt den Prüfungsablauf mit ihren Worten:
„Meine Prüfung ging von den Trainern Olaf Michaelis und Patrick Platten, sowie meiner Trainingspartnerin Emily Becker vom Postsport Verein Uelzen aus. Die Prüfung wurde von Alfred Krabiell vom JC Riestedt abgenommen. Die Reihenfolge und einige Techniken haben wir für mich ändern bzw. anpassen müssen. Wir haben mit den Bewegungsformen angefangen - zumindest mit der ersten Hälfte. Ich muss mir meine Kräfte genau einteilen, deshalb die Aufteilung. Danach ging es zur Falltechnik. Ich habe nur gehofft, dass der Prüfer nicht gleich vom Hocker fällt, wenn er sieht, das Emily mich aus dem Rollstuhl kippt (Sturz vorwärts). Nach dem Sturz wollte ich zurück zum Rolli, aber Emily packt mich an den Schulten und zog mich zurück (Sturz rückwärts). Da ich nun am Boden lag, schlug ich Emily mit einem Handkantenschlag in die Kniekehlen, so dass sie auch zu Boden ging.
Wir konnten gleich mit den Bodentechniken weitermachen. Die Kreuzposition klappte noch ohne Änderung. Die Reitposition haben wir insofern geändert, dass ich nicht auf Emily sitze, sondern leicht schräg auf Ihrem Oberkörper liege. Die Seitposition haben wir auch angepasst und einen Armstreckhebel von der Seite eingebaut. Den Armstreckhebel an sich haben wir dann durch einen anderen Angriff noch einmal durchgeführt. Als nächstes kamen die Passiv-Blöcke, die wir ohne Anpassung durchgeführt haben. Abwehrtechniken mit einem Schwinger konnte ich mit Handkatenblock und Handballenschlag abwehren. Auch einem Faustschlag konnte ich durch Fegen ausweichen. Selbst einem Handrückenschlag von Emily konnte ich mit einem Handrückenblock und einen Arm-Dreh-Hebel ausweichen. Das Grifflösen klappte gut durch einen Schlag auf den Unterarm der Angreiferin. Griffsprengen konnte ich durch einen Faustschlag in den Bauch und Druck auf Nervenpunkte am Hals ausführen – die Partnerin ging zu Boden. Die Handballentechnik konnte ich ohne Schwierigkeiten zeigen. Die Knietechnik ist wieder Marke Eigenbau. Der Angriff wird mit Handkante geblockt, ich greife an den Kragen von Emily und ziehe Sie bäuchlings auf meinen Schoß (wenn möglich, kann ich mein Knie um wenige Zentimeter mit Hilfe des Fußes erhöhen). Nun noch ein Ellenbogenschlag auf den Rücken und wegschupsen.

Beim Stopp-Fuß-Stoß haben wir uns für einen Handrückenschlag als Angriff entschieden, dem ich dann mit einem Passivblock und nach hinten auspendelnd ausweiche. Mit der freien Hand gebe ich dem Rad noch Anschwung und rolle Emily gegen ihren Fuß, um sie zu stoppen. Nun kommen die Bewegungsformen Teil 2. Abducken wie gehabt. Beim Abtauchen rolle ich in gebückter Haltung unter den Arm von Emily durch und tauche hinter ihr wieder auf. Ich schlage mit einem Handkantenschlag in ihre Nieren. Körperdrehen klappt auch im Rollstuhl. Ebenso wie Schrittdrehung 90º und 180º. Ich drehe mich mit Rollstuhl viermal um 90º bzw. zweimal um 180º, damit ich wieder in der Ausgangsposition bin. Sicherungstechnik klappt gut, denn ich ziehe Emily bäuchlings auf meinen Schoß und führe den Fingerhebel, Handbeugehebel und / oder ich nutze den Kreuzfesselgriff. Die Transporttechnik sieht folgendermaßen aus: Ähnlich wie bei der Knietechnik. Ich ziehe Emily rücklinks auf meinen Schoß und nehme Sie in den Schwitzkasten. So kann ich sagen, wo Sie hingehen soll (sie nimmt mich ja mit). Die eine Hebeltechnik habe ich schon bei der Bodenlage gezeigt. Kommt noch Körperabbiegen. Bei einem Angriff an die Schulter greife ich an den Gürtel (am Rücken) von Emily, mit der anderen Hand gibt es einen Faustschlag und einen Handballenstoß an die Unterseite des Kinns. So, nur noch Beinstellen, einen Handrückenschlag abblocken und gegen den Fuß fahren.“

Katja kann zu Recht sehr stolz auf ihre Leistung sein. Herzlichen Glückwunsch!

 

Medienteam NJJV

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